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Die Bachelorarbeit

Teil 2 Vorgehen bei der Erstellung der Abschlussarbeit

Die Erstellung einer Beachelorarbeit erfordert eine mehrmonatige, kontinuierliche Arbeit.
Man setzt sich nicht einfach vor ein weißes Blatt Papier und dann fließen die Gedanken nur so heraus.
Vielmehr ist zum erfolgreichen Abschluss der Arbeit ein geplantes Vorgehen notwendig. Ausgangspunkt der Arbeit ist eine gedankliche Erfassung des Themas. Dies hört sich einfacher an als es ist. Das Thema zu verfehlen, ist in einer solchen Arbeit gleichbedeutend mit einer mittleren Katastrophe, weil man dann unweigerlich in Zeitdruck gerät.
Man nähert sich dem Thema am besten über eine Literaturrecherche, bei der man nach Begriffen des Titels sucht und die entsprechenden gefundenen Stellen ausleiht oder sich zumindest einen Abstract zukommen lässt. Dabei sollte sich die Literaturrecherche nicht nur ausschließlich auf das Internet beschränken, sondern die von der Bibliothek zur Verfügung gestellten Spezialkataloge mit umfassen. Wie man sinnvollerweise recherchiert, kann in der Bibliothek erfragt werden.
bachelorarbeitNachdem man sich selbst über das Thema klar geworden ist und eine Recherche durchgeführt hat, sammelt man zunächst alle Informationen und versucht diese anzuordnen. Diese zweite Phase der Arbeit bezeichne ich als Konzeption oder Strukturierung. In dieser Phase sollten alle Gedanken die man zum Thema hat (wohlgemerkt erst nachdem man sich eingelesen hat) aufgeschrieben und in einer Struktur angeordnet werden. Hierzu eigenen sich hervorragend Karteikarten, die es in unterschiedlicher Größe und Farbe gibt. Wer hier schon lieber auf dem Computer arbeitet sollte ein Mind- Mapping-Programm benutzen, es geht aber auch die Wand in der Studentenbude (vorsichtig behandeln), eine Schranktür oder eine Pinnwand. Am Ende dieser Phase besitzt man viele Gedanken-Zettel, die man hoffentlich schon einigermaßen gruppiert hat. Die anschließende Feinstruktur ordnet dann die verschiedenen Zettel und somit die Gedanken feiner an und stellt Verbindungen und Kausalitäten auf.

Nach Abschluss dieser Phase hat man einen Rohentwurf, in dem bereits der rote Faden enthalten ist, an dem man sich als Leser orientieren kann. Wenn Sie beim Entwerfen viel mit Skizzen und Bildern (können zu diesem Zeitpunkt auch nur Strichmännchen sein) gearbeitet haben, fällt Ihnen der nächste Schritt dann leichter.
Sie beginnen nämlich (erst jetzt!!!!) mit dem Schreiben. Am einfachsten ist dies indem man die Skizzen einfach in Worte fasst. Skizzen und Beschreibung bilden letztendlich das Buch. Um den Fortschritt der Arbeit auch zu sehen (einfach ein psychologischer Aspekt) entfernen Sie die Karteikarte oder den Zettel einfach von der Pinnwand. Ist diese ganz frei sind Sie fertig.
Es ist zweckmäßig, die Literaturstellen, denen die Gedanken zugrunde liegen direkt beim Sammeln aufzuschreiben. Diese Literaturstellen (wie in Teil I beschrieben) sammelt man in einer Datei (so wie sie kommen) und sortiert erst am Ende der Arbeit alphabetisch, um es dem Leser leichter zu ermöglichen die Stellen zu finden.
Sie sollten ausprobieren, wie Sie am besten schreiben. Es gibt Menschen, zu denen ich auch gehöre, die am liebsten alles zuerst auf Papier schreiben und dieses später erst in den Computer eingeben. Vorteil hierbei ist es für mich, dass ich dann das Geschriebene noch einmal beim Eingeben überdenken kann.
Nachteil: es geht vielleicht oberflächlich gesehen etwas langsamer. Probieren Sie aus ob Sie eher der Typ sind der seine Gedanken sofort in den Computer eingeben kann oder zunächst ein Blatt Papier braucht, auf dem man durchstreichen, ergänzen, einkringeln, farbig markieren usw. kann und einen etwas größeren Überblick erhält, wenn man mehrere Blätter nebeneinander liegen hat.

Nach der Eingabe des Textes erfolgt dann unbedingt und beständig ein Korrekturlesen. Die Rechtschreibe- und Grammatikfehler in studentischen Arbeiten führen manches Mal dazu, dass wir aus diesem Grund auf eine Veröffentlichung verzichten müssen und sogar dazu dass manche Dozenten sich weigern die Arbeit zu bewerten. Dabei sollten Sie sich nicht nur auf das Rechtschreibekorrektur Ihres Textprogramms verlassen sondern immer wieder auch selbst kontrollieren. Bitte bedenken Sie im Deutschen gibt es Worte die werden GROSS und andere die werden klein geschrieben.
Auch in der neuen Rechtschreibung gibt es noch Adjektive und Adverbien.
Nachdem man die Arbeit oder auch nur ein Kapitel fertig gestellt hat, lässt man Sie von einem nicht beteiligten Menschen Korrektur lesen. Es wäre nett für den Betreuer wenn er diese Arbeit nicht auch noch durchführen müsste. Er sollte sich eigentlich auf die inhaltliche Argumentation konzentrieren dürfen. Wir machen in unseren Texten alle Fehler, aber es müssen nicht unbedingt 20 pro Seite sein.

Nachdem die Arbeit geschrieben ist, muss sie in gebundener Form abgegeben werden (3 Exemplare). Bitte erkundigen Sie sich rechtzeitig wo man Binden lassen kann, wie lange dies dauert und wie teuer es ist. Meistens kommt man bei aller Sorgfalt am Ende einer solchen Arbeit in Zeitnot und diese verschärft sich noch wenn man erst am Ende einen Buchbinder sucht. Die letzte Klippe der Bachelorarbeit ist die Abgabe. Diese muss fristgerecht erfolgen, wozu Sie einen entsprechenden Termin vom Prüfungsausschuss gesetzt bekommen.

Beachten Sie:
wenn Sie die Arbeit abgeben wollen, muss das Sekretariat auch besetzt sein!

Über alle die formalen und strategischen Belange einer Bachelorarbeit wird am Fachbereich im 5. Semester ein entsprechendes Seminar abgehalten, indem auch auf das wissenschaftliche Arbeiten detaillierter Bezug genommen wird. kh