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Wissenschaftlich Arbeiten Teil 3

Der Gesellenprüfung dritter Teil

In den letzten beiden Ausgaben konzentrierten wir uns beim Thema Abschlussarbeit auf die Formalitäten zur Anfertigung und die arbeitstechnische Herangehensweise für solch ein Unterfangen. Dass dem wissenschaftlichen Arbeitsaufwand mindestens noch einmal soviel Bürokratie gegenübersteht ist sicher längst bekannt – oder?

Ganz so schlimm verhält es sich indes nicht – dennoch sind einige offizielle Wege zu beschreiten, die wir im Folgenden vorstellen möchten.

Dreh- und Angelpunkt ist hierbei das gewünschte oder gar notwendige Abgabedatum der Bachelor-Arbeit – also der Zeitpunkt, an welchem die Gedanken hübsch gebunden in Papierform vorgelegt werden müssen. Dieser hängt einerseits von euren Karriereplänen nach dem jetzigen Studium ab, andererseits auch von der Studien- und Prüfungsordnung, die dem Studiengang zu Grunde liegt. Dort ist festgelegt, wie viel Zeit nach der offiziellen Anmeldung für Bearbeitung der Arbeit zur Verfügung steht – sie beträgt in der Regel zwei bis drei Monate.

Nehmen wir an, es soll nach dem Bachelor-Abschluss zum kommenden Wintersemester an einer anderen Hochschule mit dem Master weitergehen. Aus eigener Erfahrung ist es in diesem Falle ratsam, bis spätestens Mitte September die Abgabe und wenn möglich auch die Abschlusspräsentation der Arbeit hinter sich zu bringen. Rechnet man beispielsweise eine dreimonatige Bearbeitungsdauer von diesem Zeitpunkt zurück, so landet man bei Mitte Juni – dem  Anmeldedatum der Arbeit. Es ist ein offenes Geheimnis, dass man hierbei tricksen kann, so zum Beispiel bereits mit der Bearbeitung beginnt und erst wenige Wochen vor dem gewünschten Abgabetermin die Anmeldung vollzieht. Dieses Vorgehen hat jedoch ernst zu nehmende Nachteile. Nicht jeder Prof heißt solch ein Vorgehen gut und darüber hinaus können Probleme mit dem Prüfungsamt entstehen, wenn hierbei all zu dreist vorgegangen wird. Der schwerwiegendste Nachteil liegt jedoch darin, dass man den psychischen Druck damit außer Kraft setzt, der häufig erst eine rechtzeitige Abgabe ermöglicht – der Prokrastination (Bitte Fußnote setzen: http://de.wikipedia.org/wiki/Aufschieben), also dem Aufschieben von zu erledigender Arbeit, ist damit Tür und Tor geöffnet.

Die spätere Begutachtung der Arbeit sowie das Finden eines Termins für die Abschlusspräsentation kann einen halben bis einen ganzen Monat in Anspruch nehmen. Bei einer Anmeldung Anfang Juni wird man demnach in unserem Beispiel knapp vor Beginn des neuen Studiums Ende September fertig.

Wie meldet man die Arbeit nun eigentlich an? Hierfür sind die Mitarbeiter des „Infopoints“ zuständig. Für die Anmeldung wird ein Schreiben benötigt, welches das Thema der Arbeit auf   Deutsch sowie Englisch beinhaltet und mit der genehmigenden Unterschrift des Erstbetreuers versehen ist. Zusätzlich muss die Nennung des Zweitbetreuers der Arbeit erfolgen. Als Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussarbeit müssen bis dato mindestens 80 Prozent der Gesamt-Credits erreicht sein (144). Nachdem die Anmeldung vollzogen ist, kann man sich ersteinmal vollständig auf die Anfertigung der Bachelor-Arbeit konzentrieren – bis zum Abgabetermin.

Sind die wenigen Wochen zur Bearbeitung des Themas verflogen, sollte man sich über die genauen Öffnungszeiten des Infopoints informieren, damit man auf jeden Fall rechtzeitig zwei druckfrische Exemplare in ansehnlich gebundener Form einreichen kann – eine übertriebene Formulierung dafür, dass Datum und Unterschrift vom jeweiligen Sachbearbeiter hinein gekritzelt werden. Zusätzlich zum Autogramm bekommt man noch zwei Bewertungsbögen in die Hand gedrückt. Diese müssen zusammen mit den offiziell eingereichten Exemplaren der Arbeit von euch an die Betreuer abgeliefert werden. Parallel zu diesem Schritt sollte man auch gleich einen Termin mit den Gutachtern für die Abschlusspräsentation, das „Kolloquium“, vereinbaren. Nachdem all diese Schritte vollzogen sind, ist  erstmal „tief durchatmen“ angesagt –  mit Freunden auf die geglückte Abgabe anzustoßen ist darüber hinaus auch eine gute Idee.

Das Kolloquium eröffnet die Möglichkeit, innerhalb von 20 bis 40 Minuten eine Zusammenfassung der Arbeit vor einem hochschulinternen Fachpublikum zu geben und kann die Gesamtnote der Arbeit noch einmal verbessern – sofern das Ganze ordentlich vorbereitet wurde. Wichtig ist, die Betreuer durch eine geschickte Aufbereitung des Themas noch einmal zu beeindrucken und von eurer Kompetenz zu überzeugen. Verglichen mit der Anfertigung der Arbeit ist dieses Unterfangen aber eher ein leichtes und geht schnell von der Hand, da man in der Regel Experte auf dem Themengebiet ist, das man monatelang bearbeitet hat. – Also auf zum ersten eigenen Fachbuch und Studienabschluss!