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Franz Liszt und die Merseburger Domorgel



© Domstift Naumburg

Die Disposition der Merseburger Domorgel

Hermann J. Busch



Friedrich Ladegast baute 1853 bis 1855 im Merseburger Dom die seinerzeit größte Orgel Deutschlands mit 81 Registern auf vier Manualen und Pedal. Dabei wurden der 1665 erbaute Prospekt sowie 28 vorhandene Register aus dem 17. und 18. Jahrhundert weiterwendet. Die alten Pfeifen hat Ladegast dann 1866 durch neue ersetzt. Um 1870 baute die Merseburger Orgelbauwerkstatt Gerhardt die jetzt noch vorhandene Barkermaschine ein. Ladegast hatte die Orgel mit rein mechanischer Spiel- und Registertraktur gebaut, allerdings schon mit einigen mechanischen Spielhilfen, die - wenn auch in bescheidenem Rahmen - Erleichterung bei schnellen Registerwechseln bieten.

Hier folgt die Originaldisposition Ladegasts. Mit »alt« sind die von ihm übernommenen Register bezeichnet. 1963 nahm die Orgelbauwerkstatt Kühn, Merseburg, einen Umbau vor. Dabei wurden viele Register Ladegasts durch andere ersetzt und die Schwelltüren des IV. Manuals entfernt. Ab 2002 wird die Orgel durch die Werkstätten Eule, Scheffler und Wegscheider restauriert und in ihren Originalzustand zurückversetzt.

Die Register des Hauptwerks sind auf zwei Windladen verteilt, Vorder- (»V«) und Hinterlade (»H«). Das Pedal steht auf drei Laden (1,2,3), die jeweils mit eigenen Sperrventilen versehen sind.



HAUPTWERK (II. Manual) C-g3
HBordun32'ab c°
VPrincipal16'
HBordun16'
VPrincipal8'
HHohlflöte8'
HDoppelgedeckt8'
HGambe8'
HGemshorn8'
HQuinte5 1/3'
VOctave4'
VGedeckt4'alt
VGemshorn4'alt
VDoublette4'+2'
VQuinte2 2/3'alt
VOctave2'alt
VMixtur 4f.2'alt
VScharff 4f.1'
VCornett 3-5f.2 2/3'
HFagott16'durchschlagend
VTrompete8'



RÜCKPOSITIV (I. Manual) C-g3
Bordun16'
Principal8'
Flautotraverso8'
Fugara8'
Bordun16'
Quintatön8'alt
Octave4'alt
Gedeckt4'
Octave2'
Bordun16'alt
Mixtur 4f.1 1/3'
Cornett 2-4f.
Oboe8'durchschlagend



OBERWERK (III. Manual) C-g3
Quintatön16'
Principal8'
Rohrflöte8'
Flaute amabile8'
Gambe8'
Gedeckt8'
Octave4'alt
Spitzflöte4'alt
Rohrflöte4'alt
Quinte2 2/3'alt
Waldflöte2'alt
Terz1 3/5'alt
Sifflöte1'alt
Mixtur 4f.alt
Schalmey4'alt
Octave8'alt



»BRUSTWERK« (IV. Manual, im Schweller)) C-g3
Lieblichgedackt16'
Geigenprincipal8'
Flauto dolce8'
Salicional8'
Unda maris8'
Lieblichgedackt8'
Octave4'
Zartflöte8'
Salicional4'alt
Nassat2 2/3'alt
Cymbel 3f.2'alt
Progressivharmonika 2-4f.
Aeoline16'durchschlagend



PEDAL C-f1
3.Untersatz32'
1.Principal16'
3.Violonbaß16'
1.Salicebaß16'
1.Subbaß16'
2.Großnassat10 2/3'
1.Principal8'
1.Baßflöte8'
2.Violoncello8'
2.Terz6 2/5'z. T. alt
2.Rohrquinte5 1/3'alt
1.Octave4'alt
2.Scharfflöte4'alt
2.Flöte4'
2.Mixtur 4f.1866 Trompete 4'
2.Cornett 4f.2 2/3'
3.Posaune32'

Koppeln: I/II; III/II; IV/II; I/P; II/P; III/P
Nebenzüge: 3 Ventile für die Laden des Pedals; »Baß-Coppel«, mit Registerzug oder zwei Tritten (an-ab) zu bedienen, schaltet die Ventile für die 2. und 3. Lade gemeinsam; Tritt und Zug für das Schwellwerk


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des Merseburger Landes e. V.
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24.06.05